Montag, 27. Mai 2013

Module der multimodalen Kinderpsychotherapie

Module

Die multimodale Kindertherapie umfaßt in der Regel folgende Module, hier aufgeführt mit den dazugehörigen Methoden und Techniken:
Modul 1 – Ärztliche Diagnostik und Therapie
  • -Ausführliche Anamnese
  • -Differentialdiagnostische Einordnung
  • -Körperliche Befunderhebung
  • -Verordnung von Medikamenten
  • -Verordnung von Ergotherpie oder Logopädie
  • -Psychiatrische Kriseninterventionen
  • -Familientherapeutisches Setting
  • -Ganzheitliche Therapieplanung
  • -Längerfristige Entwicklungsbegleitung
  • -Elternberatung
  • -Psychoedukation
  • -Psychotherapeutische Interventionen
Modul 2 – Testdiagnostik
  • -Prüfung auf Teilleistungsstörungen
  • -Ermittlung der kognitiven Leistungsfähigkeit
  • -Suche nach Hinweisen auf familiendynamische Belastungen und Erkundung sozio-emotionaler Wechselwirkungen durch projektive Tests
  • -Selbstauskunfts-Fragebögen
  • -Emotionale Testung bezüglich Ängstlichkeit und Stimmung
  • -Fremdbeurteilungen
  • -Verhaltensbeobachtung
  • -Interaktionsanalysen
  • -Interpretation kreativer Ausdrucksarbeit
Modul 3 – Einzeltherapie
  • -Vertrauensaufbau, beginnend bereits in der Diagnostk-Phase
  • -Konfrontation mit schwierigen Themen unter Nutzung geeigneter Zugangswege
  • -Verhaltenstherapeutische Techniken
  • -Narrative Therapie / Gespräche
  • -Entspannungstechniken
  • -Kunsttherapeutische Techniken
  • -Musiktherapeutische Techniken
  • -Rollenspiel und theatertherapeutische Techniken
  • -Tanz- und Bewegungstherapeutische Techniken
  • -Beratung und Entwicklungsbegleitung des Patienten
  • -Aufmerksamkeitstraining
  • -Soziales Coaching
Modul 4 – GruppentherapieKindertherapie
  • -Kleine Gruppen mit ca. 6 Patienten
  • -Cotherapeutische Leitung
  • -Durchdachtes Gruppenkonzept für ca. 10 Sitzungen mit fester Gruppe
  • -Umschriebene Zielgruppe mit ähnlichen Problemen
  • -Geringer Altersunterschied der Gruppenmitglieder
  • -Kunstherapeutische Methoden
  • -Theatertherapeutische Methoden
  • -Musiktherapeutische Methoden
  • -Entspannungsverfahren
  • -Körpertherapeutische Methoden
  • -Soziotherapeutische Methoden
  • -Nutzung neuer Medien
  • -Vernetzung des Gruppenmoduls mit einer beständigen einzeltherapeutischen Anbindung
Modul 5 – Interdiziplinäre Falldiskussion
  • -Befruchtende Zusammenkunft verschiedener Berufsgruppen
  • -Fortlaufende eingehende Auseinandersetzung mit der Problematik des Patienten
  • -Qualitätssicherung mit hoher Diagnosesicherheit durch kritische Abwägung im Diskurs
  • -Vernetzung der therapeutischen Module
  • -Effiziente Therapieplanung und Überprüfung der bisherigen Massnahmen
Modul 6 – Funktionstherapien
  • -Wöchentliche intensive Übungen bei Teilleistungsschwächen
  • -Speziell für motorische Entwicklungsstörungen, Sprachentwicklungsstörungen, Lese-Rechtschreib-Schwäche und Rechenschwäche
  • -Ärztliche Verordnung von extramuralen Therapien und Vernetzung mit dem Angebot in der Kindertherapiepraxis
  • -Ergotherapie
  • -Logopädie
  • -Lerntherapie (nicht nach SGB 5 erstattungsfähig/kann nicht über Kasse verordnet werden)
Modul 7 – Spezifische Elterntrainingsgruppen . (Dieses Modul kann nur dann umgesetzt werden, wenn ein Kostenträger gefunden wird, da der dafür notwendige Aufwand bisher nicht nach SGB 5 erstattungsfähig ist)
  • -Zusammenfassung nach Diagnosen und Symptomatik der Kinder, also für Trennungsängste, Geschwisterrivalität, Schulprobleme, Oppositionalität, Depressivität, soziale Ängstlichkeit, Autismus, Aufmerksamkeitsstörungen, postraumatische Störungen, Einnässen u.a.
  • -Durchdachtes Programm des Trainings über ca. 10 Sitzungen in einer festen Gruppe mit Anlehnung an bestehende Manuale
  • -Cotherapeutische Durchführung mit qualifizierten und erfahrenen Therapeuten
  • -Erlernen und Trainieren eines besseren Umgangs mit krankheitsassoziiertem Problemverhalten
  • -Erfahrungsaustausch und Abgleich mit anderen Eltern in ähnlicher Situation
  • -Entwicklung eines verbesserten Verständnisses für das Kind durch Rollenspiel und Rollentausch
  • -Analyse dysfunktionaler familiendynamischer Strukturen
  • -Förderung der selbstkritischen Wahrnehmung des eigenen Anteils an der Problemdynamik
  • -Psychoedukation und Vermittlung eines vernünftigen Krankheitsmodells
  • -Wege zur Gesundung aufzeigen
  • -Änderungsversuche üben
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Schaubild der multimodalen Kindertherapie
Multimodale Kinderpsychotherapie, Dirscherl 2013
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