Privatpraxis Herzberge
Psychotherapie für Kinder und Jugendliche
Schematherapie – ein integrativer Ansatz führt Therapietechniken zusammen (Fortsetzung)
Im ersten Blog wurde beschrieben, dass die Schematherapie versucht, verhaltenstherapeutische, psychodynamische und andere effektive Therapieansätze zu integrieren.
Die Beziehungserfahrungen der frühen Kindheit können das ganze weitere Leben des Menschen prägen (Bindungsforschung). Die neurobiologische Forschung liefert zudem Nachweise, dass das menschliche Handeln mehr von Emotionen (Gefühlen) als von Kognitionen (Verstand) gesteuert wird. Der amerikanische Hirnforscher LeDoux konnte aufzeigen, dass sich diese Erlebnisse und Erfahrungen direkt im Aufbau des Gehirns widerspiegeln bzw. “einbrennen”.
Aus diesem Grund betont Jeffrey Young, dass es im Rahmen einer Schematherapie wichtig ist, verhalthenstherapeutische Techniken so zu erweitern, dass emotionale Erlebnisse stärker aktiviert werden, um die im Gehirn “eingebrannten” Inhalte besser verändern zu können.
Im Mittelpunkt der Schematherapie liegt u.a. die gute und vertrauensvolle therapeutische Beziehung zwischen dem Patienten und dem Therapeuten. Im therapeutischen Setting soll eine ähnlich gute Beziehungsqualität hergestellt werden wie zwischen guten Eltern und ihrem Kind. Es konnte neurobiologisch nachgewiesen werden, dass im Rahmen dieser Beziehungsgestaltung die gleichen Nervenstrukturen wieder aktiviert werden können, die in früher Kindheit angelegt wurden.
Der Therapeut bemüht sich folglich die aktivierten Strukturen positiv zu beeinflussen und zu verändern. J. Young spricht von “Nachbeelterung” bzw. “begrenzte elterliche Fürsorge” (siehe E. Roediger; Raus aus den Lebensfallen).
Der Therapeut bemüht sich folglich die aktivierten Strukturen positiv zu beeinflussen und zu verändern. J. Young spricht von “Nachbeelterung” bzw. “begrenzte elterliche Fürsorge” (siehe E. Roediger; Raus aus den Lebensfallen).
Die Autorin dieses Artikels, Judith Asfaha-Ebber, ist approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin.